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Den Hund alleine lassen – aber wie?

Den Hund alleine lassen zu können, ist ein bedeutendes Ziel in der Hunde-Erziehung. Da Hunde Rudeltiere sind, ist es nur natürlich, dass Ihr Vierbeiner zunächst mit Angst auf das Alleinbleiben reagiert. Mit unseren Tipps kann das Training leichter gelingen und Sie gewöhnen Ihren Hund daran, einige Zeit des Tages alleine zu verbringen.

Inhalt:

Hund alleine lassen: Das geht in Ihrem Hund vor

Trennungsstress oder Kontrollverlust?

Das Alleinbleiben trainieren

Hund alleine lassen: Übung macht den Meister

Hund alleine lassen: Das geht in Ihrem Hund vor

Möchten Sie den Hund alleine lassen, ist es zunächst wichtig, sich in die Lage Ihres vierbeinigen Freundes zu versetzen. Was das Leben im Rudel für ihn bedeutet, lässt sich heute noch an seinem nahen Verwandten, dem Wolf, erkennen. Wölfe leben in Familienverbänden. Die sehr sozialen Tiere müssen sich bei der Jagd und der Aufzucht der Welpen aufeinander verlassen können. Der Instinkt, nahe bei seinem Rudel zu sein,ist in jedem Hund heutzutage noch verankert – auch wenn er mal stärker und mal schwächer ausgeprägt ist. Machen Sie sich also zunächst klar, dass Sie als Hundehalter die Ersatzfamilie Ihres Tieres sind. Bei Ihrer Abwesenheit, also wenn Sie zur Arbeit oder zum Einkaufen gehen und Ihren Vierbeiner zu Hause zurücklassen, kann dieser zwei unterschiedliche Ängste verspüren:

 

  • Trennungsangst: Bei Trennungsangst, auch Verlustangst genannt, fühlt sich Ihr Hund ohne eine Bezugsperson einsam und hilflos. Untersuchungen haben ergeben, dass bei Hunden, die unter Trennungsangst leiden, das Schmerzzentrum im Gehirn aktiv wird.
  • Angst vor Kontrollverlust: Hier liegt der Fall genau umgekehrt: Der Hund fragt sich, wie Sie in Ihrer Abwesenheit ohne ihn zurechtkommen. Er macht sich Sorgen, seiner Bezugsperson gegebenenfalls nicht helfen zu können. Kontrollverlust macht vor allem Hunden zu schaffen, die sich in einer ranghohen Position wähnen.

Trennungsstress oder Kontrollverlust?

Handelt es sich um die Angst vor einer Trennung oder vor dem Verlust der Kontrolle? Durch Training können Sie die jeweiligen Beweggründe für das Verhalten Ihres Hundes identifizieren und ihnen zukünftig vorbeugen. Hundetrainer raten mitunter dazu, eine Haustierkamera aufzustellen, um auffälliges Verhalten erkennen zu können.

Trennungsstress ist die Reaktion auf das Alleinsein des Hundes. Dieser kann sich auf ganz unterschiedliche Weise zeigen. Typische Verhaltensweisen bei Trennungsangst sind beispielsweise:

  • jaulen,
  • winseln,
  • wachbleiben,
  • sich zurückziehen,
  • Möbel zerstören.

Die Angst vor Kontrollverlust äußert sich vor allem im dominanten Verhalten des Tieres. Hunde, die einen Kontrollverlust fürchten, zeigen dies in der Regel durch:

  • bellen,
  • kratzen,
  • anspringen bei Rückkehr des Hundehalters,
  • belecken von Herrchen oder Frauchen,
  • die Zerstörung von Möbeln,
  • urinieren oder koten.

Das Alleinbleiben trainieren

Haben Sie das zugrunde liegende Problem erkannt, können Sie nun zielgerichtet Maßnahmen ergreifen, um dem Hund das Alleinsein beizubringen. Wie stark Ihr Tier sein soziales Umfeld braucht und wie lange es somit alleine bleiben kann, hängt von seiner Persönlichkeit und seinem Alter ab. Gerade Welpen brauchen ihre Bezugsperson. Wenn Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung verlassen, zeigt sich der Trennungsstress bei ihnen sehr stark. Daher raten erfahrene Hundehalter dazu, Welpen in den ersten drei Monaten gar nicht alleine zu lassen.

Die Frage, wie viele Stunden Ihr Hund ohne Bezugsperson sein kann, lässt sich also nicht pauschalbeantworten. Als Faustregel gilt allerdings, dass ein voller Arbeitstag von acht Stunden oder mehr einen Hund stark belastet. Um die Angst vor dem Alleinsein zu mildern, ist regelmäßiges Training essenziell.

Hunde-Erziehung: das optimale Lernumfeld

Wie bei uns Menschen lernen auch Tiere unterschiedlich schnell. Grundsätzlich dauert es bei einem älteren Hund länger als bei einem Welpen, über Jahre angewandte Verhaltensweisen wieder zu verändern. Der tatsächliche Lernerfolg hängt aber von ganz verschiedenen Faktoren ab.

Wichtig sind vor allem die passenden Rahmenbedingungen. Hierbei gilt: Ausgelastet lernt es sich am besten. Beschäftigen Sie Ihren Hund also vor dem Training so, dass er weder gelangweilt noch zu erschöpft ist. Bewährt hat sich beispielsweise, vor Übungen eine Runde Gassi zu gehen. Setzen Sie dabei etwas Spielzeug ein, um Ihren Hund in seinem Bewegungsdrang zu unterstützen.

Unser Tipp: Lassen Sie sich bei der Hunde-Erziehung von einer fachlich versierten Person begleiten. Mögliche Ansprechpartner sind Hundetrainer, Tierärzte oder Tierpsychologen.

Lösungsvorschläge bei Trennungsangst

Hat Ihr Hund Trennungsangst, sobald Sie das Haus verlassen, sollten Sie das Weggehen in den gewohnten Ablauf integrieren. Richten Sie Ihrem Hund zunächst einen gemütlichen Liegeplatz ein. Durch kleine Hilfsmittel wie ein Hundekissen oder eine Decke erhält Ihr Haustier einen gemütlichen Schlafplatz, den es als Rückzugsort verwenden kann. Im nächsten Schritt bauen Sie beim Weggehen sowie beim Heimkommen ein Signal ein, das den Hund auf seine Liegefläche schickt. Seien Sie sich bewusst, dass eine Trennung Ihres Tieres von seiner Bezugsperson ein großer Schritt ist und gehen Sie dementsprechend behutsam vor. Beginnen Sie damit, den Hund zunächst nur für einige Sekunden alleine zu lassen, bevor Sie das Intervall nach und nach steigern und schließlich für eine oder mehrere Stunden das Haus verlassen.

Lösungsvorschläge bei Angst vor Kontrollverlust

Möchten Sie Ihrem Hund die Angst vor Kontrollverlust nehmen, ist es zunächst wichtig, Verständnis für seine Situation aufzubringen. Ein dominantes Verhalten bedeutet hier, dass sich der Hund für Sie verantwortlich fühlt. Sie können ihn also entlasten, indem Sie Ihre Führungsqualitäten zeigen. Betrachten Sie die Welt aus den Augen Ihres Hundes, fällt Ihnen auf, wie groß Ihre Wohnung wirken kann. Zeigen Sie Ihrem Vierbeiner, dass er nicht auf den gesamten Bereich aufpassen muss. Das gelingt, indem Sie diesen räumlich begrenzen. Richten Sie ihm mit einem Hundesofa und einigen Kissen eine bequeme Ecke ein. So kreieren Sie eine Oase der Entschleunigung und Entspannung. Zusätzlich können Sie auch das Zimmer durch ein Absperrgitter verkleinern. Dies hat zudem den Vorteil, dass Sie möglichen Verletzungen vorbeugen können. Möchten Sie, dass Ihr Hund die Führung nach und nach an Sie abgibt, so hilft es auch hier, die Veränderungen schrittweise einzuführen und die Zeitspanne langsam zu steigern.

Tipp: Das Weggehen flexibel gestalten

Geht es um das Alleinbleiben des Hundes, empfiehlt es sich, Ihren Weggang in allen Variationen zu üben. Wahrscheinlich führen Sie stets bestimmte Rituale durch, bevor Sie das Zimmer oder gar das Haus verlassen: Sie sehen beispielsweise nach, ob das Licht ausgeschaltet ist, ziehen sich die Schuhe an und nehmen eine Tasche mit. Manchmal gibt es allerdings gute Gründe für die Änderung solcher Verhaltensweisen: Im Sommer lassen Sie beispielsweise die Jacke an der Garderobe hängen oder die Fenster geöffnet. Damit diese Unterschiede keinen Stress bei Ihrem Tier hervorrufen, sollten Sie alle erdenklichen Möglichkeiten in die Übungen einfließen lassen. Dies ermöglicht Ihnen langfristig eine größere Spontanität.

Hund alleine lassen: Übung macht den Meister

Ob alter oder junger Hund: Das Alleinbleiben zu trainieren zahlt sich aus. Bleibt Ihr Hund entspannt, wenn Sie ihn alleine lassen, ist dies der Hinweis auf ein harmonisches Zusammenleben von Mensch und Tier. Eine erfolgreiche Hunde-Erziehung hat zudem eine positive Auswirkung auf:

  • Die Flexibilität Ihrer Tagesgestaltung,
  • die Zufriedenheit Ihres Hundes,
  • das Verhältnis zu Ihren Nachbarn,
  • den Zustand Ihrer Möbel sowie Ihrer Wohnung.

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