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Steckbrief: Der Labrador Retriever

Basiswissen

Wie auch der Neufundländer ist der Labrador Retriever ein ostkanadischer Exportschlager. Beide Rassen entstammen der Provinz Neufundland und Labrador, woraus - wenig überraschend - auch ihre Namen resultieren. Der eigentliche Siegeszug des Labrador Retrievers nahm jedoch erst in Europa so richtig Fahrt auf.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts brachten Fischer den vielseitigen Vierbeiner mit nach England, von wo aus er schnell ganz Europa eroberte. Dass ausgerechnet diese Berufsgruppe die Verbreitung des Labrador Retrievers ankurbelte, ist kein Zufall. Die Apportierhunde sind sehr wasseraffin und halfen daher nicht nur bei der Jagd an Land, sondern auch dabei, abgetriebene Fischernetze aus dem Wasser zu holen. Dieser Einsatz erklärt auch den zweiten Teil des Rassennamens, denn „to retrieve“ bedeutet „zurückbringen“. Trotz seiner kanadischen Urahnen gilt Großbritannien als Ursprungsland des Vierbeiners, da hier ab den 1890er Jahren die ersten gezielten Zuchtversuche stattfanden.

Als Apportierhund ist der Labrador Retriever kräftig gebaut. Gemäß Rassestandards liegt die Widerristhöhe des mittelgroßen Hundes zwischen 54 und 57 cm. Auffälligste Merkmale sind der breite Kopf mit einem deutlichen Stop und die „Otterute“: Der Schwanz des Tieres ist dabei sehr dick am Ansatz, verjüngt sich allmählich zur Rutenspitze und ist rundherum mit kurzem dickem Fell bedeckt. Das stockhaarige Haarkleid präsentiert sich ebenfalls als sehr kurz, dicht, hart und nicht wellig. Zudem verfügen die Hunde über eine wasserdichte Unterwolle.

Mensch und Hund – das Zusammenleben

Aufgrund seines langjährigen Einsatzes als Apportierhund ist der Labrador Retriever das Zusammenleben und die Zusammenarbeit mit dem Menschen gewöhnt. Ein Trainings-Dummy ist für das apportierfreudige Tier genau das richtige Spielzeug. Bei der Jagd hatte das Tier neben seinem Herrchen oder Frauchen zu liegen, bis das Wild aufgestöbert und geschossen war, um dann das tote Wild zu apportieren. In Deutschland wird er zudem auch für das Buschieren, also die Stöbersuche von Wild, und für Schweißarbeit eingesetzt. Bei dieser muss angeschossenes, nicht erlegtes Wild vom Hund verfolgt werden. Doch die Aufgaben eines Jagdhundes bilden nicht das Ende seiner Einsatzmöglichkeiten. So kann dieser Hund auch gut als Blinden- oder Rettungshund eingesetzt werden. Als Spürhund findet er darüber hinaus sogar bei Polizei und Zoll einen festen Platz im Team. Als eine der beliebtesten Hunderassen Deutschlands führt ein großer Teil der Labrador Retrievers heute jedoch ein Leben als Familienhund. Tatsächlich besitzen die Tiere viele Eigenschaften, die sie hierfür geradezu prädestinieren.

Charakter und Erziehung

Freundlich, aufgeweckt, gesellig und treu - das sind die Schlagworte, die den Labrador Retriever ausmachen. Nicht umsonst ist er daher als Familienhund so beliebt. Seine Bewegungsfreude sollte nicht unterschätzt werden und kann besonders bei ausgedehnten Spaziergängen und am bzw. im Wasser befriedigt werden. Das Tier zeichnet sich zudem durch eine hohe Intelligenz und einen ausgeprägten Lernwillen aus, der in Verbindung mit dem „will to please“ (also dem Wunsch zu gefallen)  die Erziehung erleichtert. Die besten Erziehungserfolge erzielen Sie daher mit positiver Bestärkung des erwünschten Verhaltens. Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, einen Labrador Retriever in Ihr Leben zu holen, dann bedenken Sie, dass Sie den Hund als festen Bestandteil Ihrer Familie integrieren sollten, denn auch er wird gleiches tun.

Gesundheit und Ernährung

Wie bei allen größeren Hunderassen besteht bei dem Labrador Retriever stets die Gefahr einer Hüftgelenksdysplasie oder einer Ellenbogendysplasie. Bei der Zucht unterliegen diese Körperregionen daher einer besonderen Kontrolle. In diesem Zusammenhang sollten Welpen und Junghunde nur wenig Treppen steigen müssen. Die Rasse legt nämlich schnell an Gewicht zu, was sich bei zu hoher Belastung negativ auf die eben noch nicht vollends ausgereiften Knochen auswirken kann.

Pflege

So kurz das Fell, so gering die Pflege. Regelmäßiges Bürsten genügt, um das Fell des Labrador Retrievers sauber zu halten. Insbesondere in den Sommermonaten sollte des Weiteren das Ausdünnen der Unterwolle nicht vernachlässigt werden. Abgesehen davon - und das sei an dieser Stelle nochmals erwähnt - möchte auch der gutmütigste Hund artgerecht gehalten werden. Genügend Auslauf und abwechslungsreiche Aktivitäten sind daher elementar im Bereich der psychischen Pflege - schließlich ist und bleibt er im Herzen ein Apportierhund, der die Natur und jegliche Freizeitaktivitäten im Kreise seiner Familie liebt.

Wussten Sie schon...?

Lange Zeit war Schwarz die einzige, nach Rassenstandards zulässige Farbe des „Labbis“, wie er unter Hundefreunden auch oft genannt wird. Jedoch wird die Fellfarbgebung rezessiv vererbt, ist also kein dominanter Bestandteil des Erbguts. Daher können beispielsweise in jedem schwarzen Wurf auch gelbe und braune Labrador-Welpen vorkommen. Heute sind schwarz, gelb und braun die anerkannten Rassefarben.


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