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Steckbrief: Der Shetland Sheepdog

Basiswissen zum Sheltie

Nicht selten erleben es Halter des Shetland Sheepdogs, dass ihr tierischer Gefährte von Laien als Collie bezeichnet wird. Nahe liegt in dem Fall auch der Vergleich mit der berühmten „Lassie“. Aber weit gefehlt, denn der auch liebevoll Sheltie genannte Hund gehört zu einer ganz eigenen Rasse.

Wie der Name bereits verrät, stammen Shetland Sheepdogs ursprünglich von den Shetlandinseln. Der tierische Begleiter ist also ein echter Schotte. Seine doch deutliche Ähnlichkeit zum Collie kommt allerdings auch nicht von Ungefähr. Tatsächlich sind Shelties Kreuzungsprodukte aus Grönlandhunden und Border-Collies. Die grönländischen Schlittenhunde wurden von Walfängern auf die Inseln gebracht. Die Collies stammen aus dem Grenzland zwischen England und Schottland, daher auch Border (Grenze). Der Grund für diese Kreuzung lag in der Absicht, die Hüteeigenschaften der Hunde zu verbessern. Dass diese Bestrebung von Erfolg gekrönt war, belegt bereits die heutige Rassebezeichnung des Shetland Sheepdogs. In diesen Tagen werden allerdings nur noch sehr wenige Shelties als Hütehunde eingesetzt. Die wachsamen, intelligenten und sanftmütigen Hunde haben sich alternativ einen Platz im Herzen vieler Familien weltweit erobert.

Optisch ähneln die kleineren Hütehunde ohne Frage den Collies. Ihr Haarkleid ist ausgesprochen üppig und kann vielseitige Ausprägungen in Farbe und Gestaltung aufweisen. Während das Gesicht, die Unterseite und die Pfoten eher über kurzes glattes Haar verfügen, weist das Deckhaar langes, hartes und gerades Haar auf. Die Unterwolle ist bei den Shelties ausgesprochen dicht und weich. Typische Fellfarben sind beispielsweise Weiß, Braun, verschiedene Zobelfarben von hellem Gold bis kräftigem Mahagoni, tiefe Schwärze am Körper, silbriges Blau und Wolfsfarben. Letztere können allerdings je nach Zuchtverband unerwünscht sein. Nach dem Rassestand sollten Rüden circa 37 cm und Hündinnen 36 cm groß sein. Abweichungen von 2,5 cm sind bei der Widerristhöhe normal und werden den Richtlinien entsprechend toleriert. Die feinen Gliedmaßen, der schlanke Kopf mit dem freundlichen Ausdruck sowie der wohlgeformte Körper verleihen dem Sheltie eine attraktive Eleganz. Das Gewicht der Tiere liegt im Durchschnitt zwischen 5 bis 10 kg. Bei liebevoller Fürsorge und guter Gesundheit können Shetland Sheepdogs bis zu 15 Jahre alt werden.

Mensch und Hund – das Zusammenleben

Die Bewegungsfreudigkeit liegt den Shelties im Blut. Hier kommt ein wahres Energiepaket daher, das beschäftigt und bewegt werden will. Tägliche ausgedehnte Spaziergänge, gemeinsames Joggen oder Fahrradfahren, wobei der Hund natürlich nebenher läuft, sind für das Tier nicht nur kein Problem, sondern Pflichtprogramm. Der Sheltie braucht im besten Fall Lebensbegleiter, für die tägliche Bewegung ebenso wichtig ist wie für ihn. Gegenseitig werden sich beide Seiten fit und gesund halten. Der Hütehund ist es gewohnt, im Familienverband zu leben, und er ist nicht gern allein. Als Familienmitglied steht das Tier für alle anderen ein und es besitzt einen ausgeprägten Sinn für das Einfangen von Gemütslagen. Wenn Sie sich für einen Shetland Sheepdog entscheiden, dann entscheiden Sie sich dafür, ein neues fürsorgliches und energiegeladenes Familienmitglied in Ihren Kreis aufzunehmen.

Charakter und Erziehung

Shelties sind ausgesprochen intelligent, wachsam, lebhaft, zuweilen etwas temperamentvoll und sie sind von gutmütiger Natur. Ihren Bezugspersonen gegenüber sind sie sehr treu ergeben und zugleich anhänglich. Fremden gegenüber treten sie reserviert, nicht aber ängstlich auf. Vereinzelt neigen einige Tiere zum häufigeren Bellen.

Die Erziehung eines Shetland Sheepdogs ist vergleichsweise einfach, da der Hütehund sich gern unterordnet. Durch seine gute Auffassungsgabe sowie Empathie spürt er sehr genau, ob sich seine Bezugspersonen wohl oder unwohl fühlen. Ist Letzteres der Fall, versucht der Sheltie, es seinen Haltern so recht wie möglich zu machen, um sie wieder aufzuheitern. Sie sollten Ihren tierischen Begleiter stets fordern und fördern, und zwar sowohl körperlich als auch geistig.

Gesundheit und Ernährung

Der clevere Sheltie benötigt, um in jeder Hinsicht vollkommen gesund und ausgeglichen zu sein, jede Menge Bewegung und Spiel. Empfehlenswert sind nahezu alle gängigen Hundesportarten wie Agility, Obedience oder Dogdancing. Anfällig sind Shetland Sheepdogs für Dermatomyositis, eine Haut-Muskel-Erkrankung. Dieses genetisch bedingte Leiden wurde der Rasse vom Collie weitervererbt. Der Krankheitsverlauf ist aber häufig weniger stark ausgeprägt. Ebenfalls vom Collie stammt der MDR1-Defekt, eine Überempfindlichkeit gegenüber diversen Arzneistoffen, sowie die sogenannte Collieaugen-Anomalie (kurz CEA), eine Erbkrankheit, die zur Beeinträchtigung der Sehkraft bis hin zur vollständigen Erblindung führen kann.

Beim Thema Ernährung scheiden sich bekanntlich die Geister, ganz gleich ob es um große oder kleine Hunde geht. Grundsätzlich gilt auch für Ihren Shetland Sheepdog: Gesunde, ausgewogene und hochwertige Kost ist die richtige Wahl. Testen Sie gegebenenfalls unterschiedliche Hundefutter-Angebote, nicht jeder Hund verträgt alles gleich gut. Achten Sie beim Wechsel auf mögliche Veränderungen bei seinen Zähnen, auf den Zustand des Fells und seine Gemütslage. Zunehmend mehr Hundehalter, auch viele Sheltie-Besitzer schwören auf BARF (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter). Hier ergeben sich zwei Optionen. Entweder Sie stellen das Futter selbst zusammen oder aber Sie greifen auf fertige BARF-Produkte zurück. Bei der etwas aufwändigeren Eigenkreation sollten Sie auf eine weitgehend homogene Mischung aus rohem Fleisch, Gemüse und Knochen (natürliche Wolfsnahrung) achten.

Sheltie-Halter berichten davon, dass sowohl Zahn-, Fell- als auch Gewichtsprobleme bei Ihren tierischen Begleitern signifikant zurückgingen, nachdem Sie konsequent auf eine BARF-Ernährung umgestellt hatten. Wenn Sie BARF für Ihren Liebling ausprobieren wollen, dann sollten Sie sich in jedem Fall vorher eingehend mit dem Thema beschäftigen, um Risiken zu minimieren und die Vorzüge vollends ausschöpfen zu können. Hier im Ratgeber auf ZOO & Co bieten wir Ihnen zu diesem wichtigen Thema diverse informative Artikel.

Pflege

Der Sheltie besitzt ein angenehm pflegeleichtes Haar. Es verfilzt kaum und nimmt wenig Schmutz auf. Während viele andere langhaarige Hunde täglich gebürstet und gekämmt werden müssen, ist diese Prozedur beim kleinen Schotten nicht notwendig, wobei er sich diese liebevolle Zuneigung natürlich gern gefallen lässt. Einmal pro Woche sollten Sie ihm die Zuwendung mindestens gönnen, so viel Fellpflege muss dann auch sein und es stärkt die gemeinsame Bindung. Verwenden Sie dazu am besten eine Fellbürste speziell für Hunde mit langem Fell. Mindestens einmal pro Jahr verliert ein ausgewachsenes Tier das Fell und der Wechsel kann mit starkem Haarverlust einhergehen. Zu dieser Zeit trägt tägliches Bürsten dazu bei, weniger Verunreinigung im Haushalt zu haben. Die Haare eines Shelties sollten kaum bis nicht geschnitten werden. Kurzes Haar ist bei dem Hütehund verpönt.

Auch gebadet werden muss und sollte der Sheltie nur selten, einmal pro Monat ist vollkommen ausreichend. Zu häufiges Baden kann den natürlichen Schutz der Haut schädigen und zu Folgeerkrankungen führen. Die Hunderasse ist unter Kennern zudem nicht als sonderlich wasserliebend bekannt. Um eine regelmäßige Krallenpflege kommen Sie zum Wohle Ihres Hundes gleichwohl nicht herum. Nehmen Sie sich hier Zeit und Ruhe. Zu lange Krallen können zum Humpeln, zu Überanstrengung und im schlechtesten Fall zu Erkrankungen wie Arthritis führen. Lassen Sie sich das Schneiden gegebenenfalls von einem Tierarzt oder dem Züchter zeigen. Hier gilt es, behutsam vorzugehen, um das Tier nicht unnötig zu verletzen.

Nahezu unausweichlich werden Sie und Ihr tierischer Gefährte es immer wieder mit Ungeziefer zu tun bekommen. Vor allem Zecken und Flöhe lieben das kuschelig weiche Fell Ihres Shelties. Hier können sich die ungebetenen Gäste über einen langen Zeitraum hinweg vergleichsweise unbemerkt einnisten und vermehren. Eine solche Belagerung ist für Ihren besten Freund freilich eine ordentliche Plage. Er kann Hautprobleme und Infektionen bekommen, von dem fürchterlichen Juckreiz mal ganz abgesehen. Hier kommt es sowohl auf eine Vorsorge durch entsprechende Mittel an als auch auf eine liebevolle Nachsorge. Beobachten Sie Ihren Sheltie, begutachten Sie sein Fell und gehen Sie sofort gegen Schädlinge vor. Das gilt auch für die regelmäßige Durchführung von Wurmkuren.

Wissenswertes zum Sheltie

Shelties können schon richtig verrückte Hütehunde sein. Nicht nur, dass ihnen das Schafehüten in die Wiege gelegt ist, sie übertragen es zuweilen auch gern auf andere vermeintlich Schutzbedürftige. So passen sie ausgezeichnet auf Kleinkinder oder kleine Tiere wie Katzen, Hamster oder Kaninchen auf. Auch Hunde, die im Park nicht auf die Rufe ihres Halters reagieren, versuchen Shelties unter Umständen wieder zurückzuführen.

Es gibt zahlreiche Shetland Sheepdogs, die tatsächlich lachen können. Obgleich der freundliche Gesichtsausdruck schon allein ein Lächeln zeigt, sind diverse Hunde zusätzlich in der Lage, die Lefzen zurückzuziehen und ihrer Freunde einem Menschen ähnlich Ausdruck zu verliehen. Auch bezüglich des Charakters sind viele Halter der Überzeugung, dass Sie mit Ihrem tierischen Begleiter stets auch einen kleinen „Clown“ um sich haben. Der Hütehund ist bei liebevoller Fürsorge eigentlich nahezu permanent gut gelaunt und er versucht, seine Bezugspersonen daran teilhaben zu lassen. Ihre immense Lebensfreude ist ein Gewinn für alle Familienmitglieder.

Shelties sind in weiten Teilen der Welt, besonders aber in Europa und Nord-Amerika als Familienhunde sehr beliebt. Diverse Beobachter gehen davon aus, dass sich heute in den USA mehr reinrassige Shetland Sheepdogs tummeln als in ihrer Herkunftsregion Großbritannien.

Bitte bedenken Sie unbedingt, wenn Sie und Ihre Familie sich für einen Sheltie als neues Familienmitglied entscheiden, dass sie sich eine geballte Ladung an Energie ins Haus holen, die genutzt werden will. Ein Hund von diesem Kaliber braucht täglich ausreichend Bewegung und Spiel. Mal eben zur Erleichterung im Park „Gassi gehen“ reicht schlicht nicht. Nehmen Sie es sportlich. Ihr neuer Begleiter fordert und fördert auch Sie! Sofern der Sheltie ausgelastet ist, verhält sich der Hund im Haus übrigens sehr ruhig und fast schon gemütlich. Er kuschelt gern, ist sowohl Kindern als auch anderen Tieren gegenüber zugetan und bellt zumeist kaum bis gar nicht, wobei er dennoch stets wachsam bleibt.


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